Gauck wird neuer Bundespräsident

Am 18. März 2012 wurde im Reichstagsgebäude in Berlin, von der 15. Bundesversammlung, der 11. Bundespräsident gewählt. Die 1240 Mitglieder, zusammengesetzt aus je 620 Personen aus Bund und Länder, wählten im ersten Durchgang mit 991 Stimmen den parteilosen Bürgerrechtler Joachim Gauck, als Nachfolger des am 17. Februar 2012 zurückgetretenen 11. Bundespräsidenten Christian Wulff. Mit seinen 72 Jahren ist Gauck somit der älteste Bundespräsident beim Amtsantritt, in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.

Gauck setzte sich klar gegen seine Mitstreiter Beate Klarsfeld (Linkspartei) und Olaf Rose (NPD) durch und nahm die Wahl zum Bundespräsidenten sofort an.

Die Stimmen der Bundesversammlung fielen wie folgt aus:

–        991       Joachim Gauck

–        126       Beate Klarsfeld

–        108       Enthaltungen

–        008       Nicht Anwesend

–        004       Ungültige Stimmen

–        003       Olaf Rose

Laut Artikel 54 Abs.5 GG gilt, wer "die Stimmen der Mehrheit der Mitglieder der Bundesversammlung erhält" im ersten oder zweiten Wahlgang als gewählt. Das waren dieses Mal mindestens 621 Stimmen. Im dritten Wahlgang gewinnt der Kandidat mit den meisten Stimmen.

Nach der Wahl

Nachdem die Auszählung beendet war, kam der neugewählte Bundespräsident Joachim Gauck zu Wort. Er erinnerte an die erste freie Wahl in der DDR vor 22 Jahren und versicherte, dass er mit all seinen Kräften und seinem Herzen zu der Verantwortung Ja sagen werde. Er warnte jedoch schon vor, dass er nicht alle Anforderungen, die in den nächsten fünf Jahren an ihn gestellt werden, erfüllen kann. Er erörterte, dass er sich, unter anderem, verstärkt gegen die Politikverdrossenheit und für einen besseren Zusammenhalt zwischen Bürgern und Politikern einsetzen würde.

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich zufrieden über die große Mehrheit. Grünen Vorsitzender Cem Özdemir erhofft sich ein neues und stärkeres „Wir-Gefühl“ in Deutschland. FDP-Chef Phillip Rösler gab sich nach Gaucks Rede begeistert und auch die geschlagene Gegenkandidatin Beate Klarsfeld zeigte sich als gute Verliererin. Sie gratulierte Gauck und wünschte ihm alles Gute.

Amtsvereidigung

Am 23. März soll die offizielle Amtsvereidigung des neuen Bundespräsidenten Joachim Gauck im Beisammensein von Bundestag und Bundesrat stattfinden. Da das Amt der Bundespräsidenten jedoch unbesetzt war, begann seine Amtszeit schon mit der Annahme der Wahl. Als eine seiner ersten Amtshandlungen ernannte Joachim Gauck David Gill zum neuen Chef des Bundespräsidialamts.

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